Interview mit Carolyn Matthews und Emily Erin Parker

Interview mit Detective Carolyn Matthews und Emily Erin Parker


CK: Carolyn und Emily, ihr kennt euch schon ziemlich lange, seid beste Freundinnen. Wie habt ihr euch kennengelernt?

 

Carolyn: Das war auf der East Boston High. Em kam erst in der zehnten Klasse aus dem North End zu uns.

 

CK: Wo ihr auch jetzt wieder wohnt … 


Carolyn: Richtig, in der Harris Street. Das war nach der Polizeiakademie in Boylston, ich habe da schon beim Boston Police Department, Bezirk A3, gearbeitet – als Detective. Deshalb habe ich schon früher in unserer Mini-Wohnung gewohnt, während Em noch in Harvard studiert hat. Sie ist dann zu mir gezogen, nachdem ihre Mom gestorben war.

 

CK: Das war bestimmt ein schwerer Schock?

 

Emily: Es hat vieles verändert. Ich kam lange nicht darüber hinweg. Vielleicht verstehe ich seitdem Lynnie besser. Sie hat ja mit dreizehn ihren Bruder Keith verloren.

 

Carolyn: Herrgott, Em, das müssen wir hier jetzt nicht breittreten.

 

CK: Was ist denn passiert?

 

Emily: Vielleicht tut es dir gut, wenn du drüber redest, Lynnie.

 

Carolyn: Verflucht, das hat bei der Psychiaterin auch nicht geklappt. Warum sollte es hier klappen?

 

Emily: Versuch’s mal, du hast nichts zu verlieren, oder?

 

Carolyn: (genervt) Keith war drogenabhängig, und sein Dealer hat ihn erschossen. Meine Eltern kamen nicht darüber hinweg und touren noch immer mit einem uralten Camper durch Europa, um den Schmerz zu verdrängen. Und ich bin Cop geworden, um das Schwein zu erwischen. Ende der Geschichte.

 

CK: Bob Zimmerman, dem Chef des Reviers A3 zufolge, bist du der beste Cop in ganz Boston …

 

Carolyn: Ich schere mich nicht um Lorbeeren.

 

Emily: Solltest du aber ab und zu, Lynnie.

 

Lynnie: Wird das hier ein Verhör?

 

CK: Nicht ganz. Die Leser:innen wollen euch kennenlernen. Was hast du denn studiert, Emily?

 

Emily: Klinische Psychologie. Bevor ich diesen Job bei Bob Zimmerman bekam, hatte ich eine psychotherapeutische Praxis in Dorcester. Mein Schwerpunkt war Freuds Ansatz der Psychoanalyse.

 

CK: Und was machst du jetzt beim Boston Police Department?

 

Emily: Jedenfalls niemanden erschießen. (lacht) Ich bin so eine Art psychologische Beraterin.

 

CK: Bleibt da noch die Zeit für Hobbys?

 

Carolyn: Nee. Ich hab früher Softball gespielt, aber dafür reicht die Zeit nicht mehr.

 

Emily: Ich liebe Musik und verschlinge alle Zeitschriften, die sich mit Rockmusik beschäftigen, vor allem den „Rolling Stone“. Lynnie regt sich immer auf, dass der ganze Speicher voll mit Kisten ist, aber wer weiß? Vielleicht brauchen wir die Zeitschriften noch mal für irgendwas.

 

CK: Zwischen euch beide passt offenbar kein Blatt. Habt ihr Familie?

 

Carolyn und Emily (gleichzeitig): Nein.

 

Em: Vielleicht irgendwann mal, wenn die Umstände günstiger sind. Wir sind ja erst zweiunddreißig.

 

CK: Wie ist es mit Männern?

 

Carolyn: Ist das nicht ein bisschen indiskret?

 

Emily: Naja, bis vor Kurzem unterschied sich unser Männergeschmack ziemlich, da gab es selten Probleme. Aber dabei belassen wir es dann besser.

 

CK: Geht es um den Boyband-Star Johnny McIntosh von „Mac‘ n Cheese“?

 

Carolyn: Ich muss wieder aufs Revier, hab noch zutun.

 

Emily: Ich glaube, jetzt haben Ihre Leser:innen einen Eindruck von uns. Vielen Dank fürs Nachfragen!

 

CK: Danke fürs Gespräch!


(Das Interview führte Connie Klein.)

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